Tagesausflug Ourika - Marokko
Tagesausflug Ourika - Marokko

Ourika

Marokko

Rundreise

Das Ourika-Tal im Süden Marrakesch am Rande des Hohen Atlas ist ein idealer Tagesausflug, wenn man mehrere Tage in Marrakesch verbringt. Die Fahrt bis in das kleine Dorf Setti Fatma dauert etwas mehr als eine Stunde. Hier kann man hervorragend Wandern gehen, wilde Affen beobachten und vor allem sehr gut direkt am Fluss essen.

In diesem Artikel zeige ich euch, was ihr in Ourika alles erleben und essen könnt.

Ourika ist mehr als nur der Name eines Flusses und des dazugehörigen Tals. Es ist ein Name für ein Lebensgefühl der Marokkaner, welches davon zeugt, wenn Menschen anderen Menschen helfen. Was genau hinter dem Namen und der Geschichte von Ourika steckt, erfahrt ihr weiter unten.

In diesem Bericht möchte ich euch keine Reisetipps geben, wie ihr es aus meinen Reiseführern zu Taiwan, Marrakesch, Budapest oder Lissabon kennt. Gleichwohl hat es dieser Tagesausflug, den wir aus Marrakesch unternommen haben, mehr als verdient.

Denn an diesem Tag haben wir alles dabeigehabt: atemberaubende Natur, Kultur und Geschichte, einen Hauch Abenteuer und natürlich auch leckeres Essen.

 

1. Anreise nach Setti Fatma im Ourika-Tal

Eigentlich kann ich euch auch schon hier sagen, wieso ich diesen Artikel nicht als Artikel über Reisetipps verfasse. Es geht nicht, weil wir für den Tagesausflug keinen, für Touristen üblichen, Weg eingeschlagen haben.

Es war mehr ein glücklicher Zufall, dass mein Arbeitskollege Youness gebürtiger Marokkaner ist und zufällig zur gleichen Zeit im Land war wie wir. Er und sein Bruder Reda haben sich daher auf den Weg nach Marrakesch gemacht, um mit uns einen Tag zu verbringen.

Dadurch sind wir relativ komfortabel mit dem Privatwagen von Marrakesch in das etwa 40 Kilometer entfernte Ourika-Tal gefahren. Genauer gesagt nach Setti Fatma, einem Dorf, welches vor allem für den 7-stufigen Wasserfall bekannt ist.

 

Setti Fatma im Hohen Atlas

Alle, die vielleicht nicht dieses Glück haben, können aber auch eine der vielen geführten Touren buchen, welche überall in der Stadt angeboten werden. Alternativ könnt ihr solch eine Tour auch vorab beispielsweise über Getyourguide* buchen.  Meistens werden die Besucher am Djemna el Fna abgeholt und ich kleinen bis mittelgroßen Bussen in das Tal gefahren.

Die Fahrt dauert je nach Zielort zwischen einer und eineinhalb Stunden. Die Straßen sind dabei gelinde gesagt ausbaufähig 😉 Teilweise haben die Schlaglöcher einen Durchmesser von einem guten Meter. Da muss man schon geschickt herumfahren. Dennoch kann man währenddessen einen tollen Ausblick durch und über das Tal erhaschen.

Gut zu wissen: Nach Möglichkeit sollten Besucher das Tal und auch Setti Fatma unter der Woche besuchen. Die Gegend ist auch für Einheimische am Wochenende ein beliebtes Ausflugsziel.

 

2. Hintergründe und Geschichte zum Ourika-Tal

Das Ourika-Tal liegt im nördlichen Teil des über 4.000 Meter hohen Hohen Atlas (was für eine Wortkombination).

Setti Fatma ist etwa 75km von Marrakesch entfernt und einer der letzten Orte flussaufwärts des Qued Ourika, der noch per Auto erreichbar ist. Die etwa 1.500 Einwohner des in 1.500 Meter Höhe liegenden Dorfes sind vorwiegend berberischer Abstammung, weshalb die Hauptsprache des Ortes der marokkanische Dialekt Tamazight ist.

Wir hatten den Eindruck, dass der Ort, wie auch die vorherigen Dörfer, noch recht ursprünglich ist, auch wenn in den letzten Jahren vor allem der Wander- und Trekkingtourismus zugenommen hat.

Wir haben uns von einem Einheimischen erzählen lassen, dass das Dorf seinen Namen von einer gleichnamigen Dame hat, die vor Jahrhunderten der Liebe wegen aus Ägypten in die Region gekommen ist. Den Geschichten nach war sie eine wohlhabende Dame oder gar Adelige, die in der Berber-Region erneut geheiratet hat.

Gemeinsam mit ihrem Mann und dem Sohn hat sie sich sehr für die ärmere Bevölkerung eingesetzt und viel Gutes getan. Laut der Überlieferung ist dies der Grund, weshalb das Tal und der Fluss Ourika heißen. Denn dieses Wort Ourika aus der alten Sprache der Berber beschreibt, wenn jemand aus einer höheren Schicht in eine arme Gegend kommt, um Gutes zu tun.

 

Wanderung über den Qued Ourika

3. Was kann man in Setti Fatma machen?

Vor allem Wandern und Essen, aber das ist ja nun für den regelmäßigen Leser von Fernweh Koch nicht mehr überraschend 😉 Aber starten wir mal mit dem etwas anstrengenderen Teil.

Das Ourika-Tal ist für seine tollen Trekking-Möglichkeiten bekannt; Setti Fatma vor allem für den sieben-stufigen Wasserfall, den man über einige Treppen gut erreichen kann.

 

Wanderung durch Setti Fatma

Trekking um das Dorf

Vor Ort haben wir uns einen einheimischen Führer genommen, genauer gesagt einen Schüler um die 18, der sich wie seine Freunde auch durch Besucher ein Zubrot verdient. Dieser junge Kerl war definitiv fitter als wir, denn einer Bergziege gleich ist er von Stein zu Stein die Berge hoch und runtergesprungen, während wir mühsam hinterher gelaufen sind.

Die Tour führte uns zunächst durch das Dorf und dann über den Fluss Qued Ourika ein ausgetrocknetes Flussbett den Berg hinauf. Dabei hat er uns (eigentlich mehr unseren marokkanischen Freunden Youness und Reda) mehr über die Region und die Geschichte von Setti Fatma erzählt. Auch über den einheimischen Dialekt, die Schrift und die dortige Wirtschaft konnten wir mehr erfahren.

Während wir also nun langsam das Flussbett hinaufgeklettert sind, fingen die ersten Schatten um uns herum zu huschen – Affen! Es waren die immer seltener werdenden Berberaffen, die etwas scheu aber trotzdem interessiert um uns herumliefen. Das Rudel zählte etwa 40 Tiere. Ein toller Anblick, wenn man Affen in freier Wildbahn sieht, die nicht durch Futter angelockt werden.

 

Wandern im Ourika-Tal mit Berberaffen

Wanderung zum Wasserfall

Die Tour zum Wasserfall ist wesentlich leichter und meiner Meinung nach auch etwas interessanter, da diese direkt am Fluss entlangführt. Außerdem macht es Spaß über die Brücken zu gehen, Felsen zu erklimmen und sich nebenher die vorbeikommenden Häuser und kleinen Verkaufsstände der Einheimischen anzusehen.

Für den Aufstieg bis zum Wasserfall haben wir etwa 20 Minuten gebraucht. Unser Guide sagte uns jedoch, dass er diese Tour etwa 3 Mal pro Tag in der Hauptsaison macht und es auch schon und knapp 5 Minuten nach oben geschafft hat – Wahnsinn.

Wer nicht denselben Weg zurücklaufen möchte, sondern sich nochmal das Tal von oben ansehen will, muss noch eine weitere Treppe erklimmen, was etwas abenteuerlich ist. Diese wird übrigens von Einheimischen betreut und Instand gehalten, weshalb ein kleines Trinkgeld angebracht ist. Nach weiteren 20-25 Minuten und einigen Foto-Stops ist man wieder unten.

 

Siebenstufiger Wasserfall in Setti Fatma - Ourika

Lecker Essen am Flussufer

Hier in Ourika hatte ich wohl die beste Tajine meines Marokko-Urlaubs. Sogar besser als die, die ich während meines Kochkurses in Marrakesch selber gekocht habe. Ich kann jedoch nicht sagen, ob dies an der Qualität, an der Erschöpfung der Wanderung oder einfach nur an der besonderen Atmosphäre des Tages und der Kulisse lag.

Das Tolle an Setti Fatma und dem Ourika-Tal ist, dass die Restaurants hier unmittelbar am Flussufer liegen. Das ist super im Sommer, aber nach der Schneeschmelze sind diese Restaurants auch oft überflutet.

Wir haben uns zu viert mehrere Gerichte geteilt. Darunter war eine Geflügel-Tajine, eine Tajine mit Lamm und verschiedene Kebabs. Außerdem gab es einige Beilagen und Salat dazu.

Ein weiteres kleines Highlight, welches wir am Ende unseres Tages im Ourika noch ausprobiert haben, war die Einladung, frisch gepresstes Arganöl und die marokkanische Mandelpaste Amlou zu probieren. Dazu wurden zusätzlich noch verschiedene Honigsorten gereicht.

Ein irgendwie uriges Erlebnis, wenn man zusammen mit Einheimischen um einen kleinen Tisch im Laden sitzt, kein Wort der Diskussionen versteht und währenddessen Honig, Öl und Mandelpaste mit Brot dippt.

 

Essen am Ourika Fluss in Setti Fatma

4. Fazit zu Ourika

Dieses Fazit fällt mir einerseits leicht, weil es ein wirklich toller Ausflug war und einer der, wenn nicht der beste Tag unseres Urlaubs. Andererseits weiß ich, dass wir wohl ohne unsere marokkanischen Freunde Youness und Reda diesen Ausflug nie so hätten machen können und uns einer geführten Tour aus Marrakesch hätten anschließen müssen.

Nichtsdestotrotz kann ich jeden Besucher Marrakeschs, der/die einige Tage in der Stadt verbringt, einen Ausflug in das Ourika-Tal empfehlen.

Nun bin ich auf eure Meinung gespannt: Wäre solch eine Wanderung im Ourika-Tal ein passender Tagesausflug für euch, wenn ihr in Marrakesch seid? Oder was sind eure liebsten Beschäftigungen im Urlaub? Ich freue mich auf eure Kommentare.

 

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