Kulinarische Reisetipps Italien
Kulinarische Reistipps Italien

Kulinarisches Italien

Italien

Reisetipps

Ich freue mich, dass Debbie von Arkumubu ihren ersten Gastbeitrag bei Fernweh Koch veröffentlicht. Auf ihrem Blog dreht es sich nicht nur um Reisen, sondern vor allem die kulturellen Aspekte dahinter.

Da Debbie im Vergleich zu mir bereits sehr viel Erfahrung mit Reisen in Italien hat, ist sie doch perfekt geeignet, ihre Erfahrungen und Meinungen zur Länderküche Italiens und zur dortigen Versorgung in 10 Reisetipps mit uns zu teilen.

Neben einer Städtetour durch Rom habe ich bisher zwei große Roadtrips unternommen, die mich auch durch Italien geführt haben. 2014 bin ich, von der Côte d’Azur kommend, weiter an der Küste entlang gefahren über Imperia und Genua bis nach Piombino, um von dort auf die Insel Elba zu wechseln und im Anschluss von Piombino ins Landesinnere zu fahren über Siena und Florenz nach Mailand.

2015 ging es dann einmal quer durch Norditalien von Varese über Como, Bergamo, Brescia, Verona und Vicenza bis nach Padua. Damit habe ich zwar noch lange nicht ganz Italien gesehen, aber doch einen großen Teil und diverse unterschiedliche Regionen, in denen ich auch so manche Erfahrungen in Bezug auf Essen und Trinken gemacht habe, die ich hier nun gerne in Form von 10 Tipps mit Euch teilen möchte.

 

Collage Italien

1. Wasserversorgung in Italien

Diejenigen unter Euch, die schon einmal in Italien waren, werden es wahrscheinlich wissen. Für alle anderen kann es jedoch sehr hilfreich sein: Vor allem im Binnenland sind öffentliche Trinkwasserbrunnen keine Seltenheit. Das klare und eiskalte Wasser schmeckt nicht nur sehr gut, es kann auch ein wahrer Lebensretter sein. Denn egal, wie warm Ihr Euch Italien vorstellt – es geht noch wärmer.

Rom habe ich beispielsweise während eines Jahrhundertsommers erlebt und spätestens, wenn man bei fast 50 Grad auf dem Capitol steht, stellt man fest, dass die eine 1,5-Liter-Flasche Wasser, die man vorsorglich dabeihatte, bei Weitem nicht reicht. Die Brunnen findet Ihr vor allem auf den Marktplätzen und entlang von Wanderwegen. Scheut Euch nicht, sie ausgiebig zu nutzen. Das ist hier normal und kein komisches „Touri-Ding“.

 

Wasserbrunnen in Italien

2. Rund um das Frühstück

In Italien ticken die Uhren etwas anders – vor allem im Sommer. Ihr werdet schnell feststellen, dass viele Läden nicht vor 12 Uhr öffnen und dass das echte bunte Treiben oft erst nach 18 Uhr beginnt und sich dann (auch werktags) oft bis Mitternacht zieht.

Folglich wird in Italien, wie in vielen anderen südlichen Ländern, nicht gefrühstückt. Jedenfalls nicht so, wie wir es in Deutschland gewohnt sind. Das ist insofern wichtig zu wissen, da man in den Unterkünften oft Frühstück dazubuchen kann und dann doch etwas sparsam guckt, wenn man das erste Mal vor Kaffee und trockenem Brot oder süßem Gebäck steht.

Natürlich relativiert sich das etwas, je größer und touristischer Euer Hotel ist. Aber vor allem, wenn man eher das Hinterland bereisen möchte, sollte man darauf eingestellt sein.

 

Frühstück in Italien

3. Abendessen in Bella Italia

Wie zuvor geschildert, ist der Alltag in Italien gegenüber dem in Deutschland zeitlich nach hinten verschoben. Das macht sich auch bei Restaurants bemerkbar. Während es in Deutschland üblich ist, dass die Restaurants ab 17 Uhr für ihren Abendbetrieb öffnen, öffnen viele Restaurants in Italien erst um 19 Uhr, die warme Küche teilweise erst um 21 Uhr – dann, wenn in Deutschland die warme Küche oft bereits wieder schließt.

Das liegt an dem warmen Klima und andererseits an der Geselligkeit in Italien. Hier wird das Abendessen regelrecht zelebriert. Während es bei uns oft die Brotzeit tut, weil man bereits mittags auf der Arbeit gegessen hat (oder ein kurzes warmes Essen, weil man so hungrig vom Tag ist), kommen in Italien häufig Familie und Freunde alle zusammen an einen Tisch, trinken erst einmal etwas, unterhalten sich.

Dabei bestellen sie Vorspeisen – ähnlich den Tapas in Spanien – und beginnen danach erst mit einem großen und ausgiebigen Essen, das bis in den späten Abend dauert. Auch hier gilt wieder: je touristischer, desto weniger. Aber in den „echten“ Restaurants kann man das genau auf diese Art beobachten.

 

4. Snacks zum Mittagessen

Im Sommer wird es Euch wahrscheinlich wie den Einheimischen gehen: Der Appetit hält sich bei der Hitze in Grenzen. Da das Abendessen in der Regel so ausgiebig ist, gibt es in den Restaurants häufig nur eine eingeschränkte Mittagskarte – sofern sie überhaupt geöffnet haben.

Dem Klima entsprechend gibt es dann vorwiegend Salate und leichte Speisen. Dagegen durchgehend geöffnet haben diverse Snackrestaurants, in denen Ihr z.B. ein Stück Pizza auf die Hand bekommt. Schnappt Euch sowas und sucht Euch ein schattiges Plätzchen mit Aussicht. So wird jedes Mittagessen zu einer besonders schönen Erinnerung.

 

Salat als Mittagessen in Padua

5. Wichtig für den Pizzakauf in Italien

Sie machen einfach die beste Pizza der Welt! Punkt! Pizzerien in Italien sehen oft anders aus als bei uns in Deutschland. Während die klassische runde Pizza eher in Restaurants zu finden ist, bekommt ihr in den Pizzerien Pizza vom Blech. Und zwar in sämtlichen Variationen und mit viel frischem Gemüse.

Wenn Ihr nicht seht, was Ihr zu essen bekommt, ist es häufig eine Touristenfalle. Die guten Pizzerien haben Ihre Ware in der Auslage hinter der Theke. Hier stehen riesige Bleche und allein vom Anblick läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Ihr könnt dann sagen, was Ihr haben wollt und wieviel.

Bezahlt wird häufig nach Gewicht. Also Vorsicht: Das kann schonmal teuer werden! Achtet auf jeden Fall auf den Gramm- oder Kilopreis. Ihr bezahlt hier nicht pro Stück. Meiner Meinung nach dennoch die fairste Variante des Verkaufs. Je nach Bedarf werden die Stücke dann noch einmal im Ofen erwärmt. Dazu gibt es gerne auch mal einen Dip und ein Stück Brot.

 

Pizza in Bergamo Alta

6. Leckeres italienisches Tiramisu

Das Tiramisu kommt ursprünglich aus Venetien und wird klassisch mit Löffelbiskuits, Espresso, Mascarpone, Eigelb, Zucker und Amaretto aufgeschichtet. Echtes Tiramisu ist geschmacklich eine Wucht, aber aufgrund der Zutaten und der geringen Haltbarkeit auch nicht gerade billig.

Qualität definiert sich zwar nicht nur über den Preis, dieser kann aber ein gutes Indiz sein. Ein echtes Tiramisu wird gerne mal für 7 bis 10 Euro angeboten. Liegt der Preis eher bei 3 bis 6 Euro, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein günstigerer Alkohol oder sogar Alkoholaroma verwendet wurde und die Mascarpone sowie die frischen Eier durch Sahne ersetzt wurden.

 

Leckeres Tiramisu

7. Vorsicht vor Touristenfallen

In Zeiten von Google und Co wird es immer leichter, Touristenfallen aufgrund von Bewertungen anderer Gäste zu erkennen. Dennoch sollte man sich immer auf sein eigenes Gefühl verlassen und Bewertungen auch hinterfragen. So ist es beispielsweise erwiesen, dass Touristen (und wahrscheinlich sogar Ihr selbst) Dinge positiver bewerten, wenn sie etwas Gutes mit dem Restaurantaufenthalt verknüpfen.

Waren es zum Beispiel junge Gäste auf ihrer ersten Reise ins Ausland? War es ein verliebtes Pärchen? Hatte das Restaurant einen so wunderschönen Blick über die Stadt oder das Meer, dass man Abstriche beim Essen oder höhere Kosten eher in Kauf genommen hat als woanders? Wie für jedes Land gilt: Je weiter Ihr Euch von den Hotspots entfernt, desto eher stoßt Ihr auf ehrliche, einheimische Küche.

Aber manchmal will man ja gerade an den Hotspots sitzen. Dann kann ich Euch nur raten, Euch umzugucken. Ist das Restaurant besser besucht als die daneben? Sitzen hier nur Touristen oder auch Einheimische? Was haben die Leute auf dem Teller? Und wenn Ihr nicht unbedingt schüchtern seid, fragt einfach nach. Fragt andere Gäste, die einen sympathischen Eindruck machen, ob das Essen zu empfehlen ist. Wenn sie vor Euch in die Touristenfalle getappt sind, werden sie es Euch mitteilen.

 

Markt in Padua

8. Als Selbstversorger in Italien

Lebensmittel in Italien sind um einiges teurer als in Deutschland. Dafür haben sie hier jedoch auch eine ganz andere Qualität. Das bemerkt Ihr, sobald Ihr das erste Mal einen Supermarkt betretet und die Obst- und Gemüseauslage seht. Vieles, das bei uns Importgut darstellt, ist hier Regionalware.

Um also trotzdem etwas zu sparen, empfehle ich, auch auf die regionale und vor allem saisonale Ware zurückzugreifen. Die Auswahl ist dann immer noch groß genug. Zumal Ihr in den italienischen Supermärkten obendrein noch eine tolle frische wie abgepackte Auswahl an Schinken und Käse (vor allem Parmesan und Mozzarella) habt. So lässt sich auf jeden Fall täglich ein gutes Essen zusammenstellen, das auf jeden Fall günstiger ist als ein Restaurantbesuch (Junkfood jetzt mal außer Acht gelassen).

Obwohl es mittlerweile vor Ort auch deutsche Discounter gibt, würde ich Euch stets die einheimischen Märkte wie Coop, Conad und Doro empfehlen, um eben oben erwähntes Angebot zu haben.

 

Selbstversorgung im Supermarkt

9. Tipps zum Trinkgeld

Trinkgeld ist in Italien noch immer unüblich. In den meisten Restaurants wird ein sogenanntes „Coperto“, also eine Pauschalgebühr für das Gedeck/die Bedienung erhoben. Der Betrag liegt in der Regel zwischen 1–2 Euro pro Person, kann aber vereinzelt auch schonmal höher bzw. prozentual ausfallen.

Ob das nun fair ist, darüber lässt sich streiten, zumal wir es aus Deutschland gewohnt sind, Trinkgeld nur für ansprechenden Service zu geben. Ärgert Euch nicht lange darüber, nehmt es einfach so hin. Dafür braucht Ihr dann auch kein zusätzliches Trinkgeld mehr geben. Das führt häufig nur zu Missverständnissen.

Wer das Coperto unbedingt umgehen will, kann sich auch einen Platz an der Bar suchen. Da hier keine Bedienung mit Laufwegen erfolgt, sind Plätze an der Bar in der Regel von der Pauschale ausgenommen. Achtet aber darauf, ob Ihr hier wirklich etwas essen dürft. Manchmal ist die Bar, wie bei uns auch, allein dem Verzehr von Getränken vorbehalten.

 

10. Gastfreundschaft in Italien

Ich spare mir hier jetzt einen langen Disclaimer, in der Hoffnung, dass Ihr mir die folgende Pauschalisierung auch so verzeiht: „Die Italiener“ sind unglaublich herzlich und gastfreundlich. Wo man als „Deutscher“ vielleicht doch eher etwas ruhiger und reservierter ist (was manchmal auch fälschlicherweise als Arroganz aufgefasst wird), ist man in Italien offen, bunt und laut. Und das ist ansteckend.

Selten sind wir auf unseren Reisen so aufgeschlossen in Empfang genommen worden wie in Italien. Das fängt bei kleinen Höflichkeiten an und zieht sich durch bis zu dem Thema dieses Artikels: Essen und Trinken. In Brescia sind mein Mann und ich von einem Wildfremden zum Kaffee eingeladen worden, weil er gesehen hat, dass wir uns für Baukunst interessieren.

In Bergamo haben wir in einem Privatzimmer mit den Worten: „Ich biete eigentlich kein Frühstück an, aber ich habe Euch da eine Kleinigkeit für morgen Früh zusammengestellt.“ ein wunderbares Frühstück (bestehend aus Kaffee, gekühltem Saft, Zwieback, Honig, Marmelade, Joghurt und Obst) geschenkt bekommen.

In Imperia hat man mir und einer Freundin, als wir Abendessen bestellt haben, ein ganzes Candle-Light-Dinner kredenzt mit Obst aus dem hauseigenen Garten. Wo man sprachlich an seine Grenzen stieß, hat man mit Händen und Füßen weitergeredet. Also: Seid offen, traut Euch und seid nett, dann wird der Urlaub in Italien zu einer unvergesslichen (kulinarischen) Reise!

 

Statuen in Vicenza

Fazit zu den 10 kulinarischen Reisetipps in Italien

Ich danke Debbie vielmals, dass sie mir ihre tollen, ausführlichen Reisetipps als Gastbeitrag auf Fernweh Koch zur Verfügung stellt. Dabei konnte ich auch selber viel Neues lernen. Beispielsweise wusste ich vorher nicht, dass Pizza in Italien nach Gewicht abgerechnet wird. Ich glaube da wäre es in meinem Fall echt teuer geworden.

Haben euch die kulinarischen Reisetipps geholfen? Welche Hinweise habt ihr selber noch für eine leckere Reise durch Italien? Lasst uns gerne in den Kommentaren darüber sprechen.

 

Über die Gastautorin

Als studierte Archäologin und Kunsthistorikerin ist Debbie in den letzten Jahren sehr viel gereist, wobei die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben oft fließend sind. Auf diese Weise hat sie bis heute einen Großteil Europas gesehen und war vor allem innerhalb Deutschlands sehr viel unterwegs.

Auf ihrem Blog arkumubu möchte sie weniger ein tatsächliches Reisetagebuch führen, als vielmehr Anregungen und Impressionen geben. Ihr findet bei ihr eine Mischung aus Bildergalerie, kurzen Informationen und Anekdoten. Wenn Ihr also noch auf der Suche nach einem Ziel für den nächsten Tagesausflug, das nächste lange Wochenende, einen Städtetrip oder außergewöhnlichen Freizeitaktivitäten seid, dann schaut gerne mal bei ihr vorbei.

 

Hey, ich bin Henrik und der Kopf hinter Fernweh Koch. Als leidenschaftlicher Reisender mit viel Appetit reise ich um die Welt, immer auf der Suche nach tollen Reisezielen und leckerem Essen. Wenn ihr mehr Informationen und Impressionen wollt, folgt mir gerne auf Facebook, Pinterest und Instagram. Klickt dazu einfach auf das jeweilige Bild unten. Ihr findet Fernweh-Koch außerdem bei Bloglovin und Flipboard.

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